Dem Trend entgegen
Written December 05. 2006 in
Rainbow OnlineIst die homosexuelle Community so tolerant und liberal, wie sie das für sich beansprucht? Ist das Rollenbild Mann/Frau anders als in der Hetero-Gesellschaft? Zweifel daran sind begründet.
Die homosexuelle Gemeinschaft wehrt sich zu Recht gegen Diskriminierung durch Gesellschaft und Gesetz. Erstaunlich ist aber, dass innerhalb dieser Gemeinschaft auch Diskriminierung – nämlich der Frauen – stattfindet. Das lässt darauf schließen, dass in der „Community“ die gleichen Gesetze und Trends vorherrschen wie in der Hetero-Gesellschaft.
Und der Trend ist wie?
Tatsache ist, dass Männer, seit Jahrzehnten erfolglos damit beschäftigt sind, ein neues Selbstbildnis innerhalb der stärker werdenden weiblichen Gesellschaft zu finden. Die Rolle des steinzeitlichen Jägers und Sammlers hat ausgedient, ebenso die des Patriarchen. Das trifft jedenfalls auf die westlichen Gesellschaften zu. Eine Trendwende ist aber schon seit einiger Zeit bemerkbar. Wahrscheinlich deshalb, weil der Versuch der Männer, sich neu zu definieren, gründlich gescheitert ist. Mangels neuer Ideen und Visionen greift nun Man(n) im 3. Jahrtausend wieder auf alten Drohgebärden und Vordrängtechnik zurück; im besten Fall schlüpft er in die Rolle des jovialen Patriarchen. Diese ausgeleierten Gesellschaftsrollen scheinen einige Frauen aber nicht mehr akzeptieren zu wollen. Andere wiederum verzetteln sich in Kleinkrieg und Konkurrenzdenken gegen andere Frauen, der Rest ist harmoniesüchtig und wohlerzogen.
Auf Rainbow Online, dem größte Diskussionsforum Österreichs für Lesben, Schwule und Transgender, ist dieser Trend derzeit sehr leicht erkennbar. Die Frauen sollen wiederum dorthin, wohin sie gehören: an 2. Stelle.
Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es ganz einfache Strategien:
Punkt 1 Wissen ist Macht: Männer überwachen den Frauenraum
Punkt 2 Weshalb?/nicht mal ein Deshalb: keine öffentlichen Statements zu
Protest, Man(n) könnte sich in Widersprüche verstricken
Punkt 3 Diskreditierung von Frauen: wer immer noch nicht schweigt oder Protest-
Bündnisse mit anderen Frauen sucht, ist paranoid, schizophren.
Ebenso Frauen, die sich von Stalkern belästigt fühlen: haben ja (nur)
geschrieben und nichts gemacht
Wer will schon paranoid sein? Da bleiben wir doch lieber harmoniesüchtig und wohlerzogen.